Umfrage: Menschen in Sachsen unterstützen Waldumbau

Großes Interesse an Wald- und Naturschutzthemen

59 Prozent der Befragten wissen, dass Sachsenforst auch für den Naturschutz zuständig ist. Quelle: Lothar Sprenger

Die Sächsinnen und Sachsen lieben ihren Wald und nutzen ihn regelmäßig zur Erholung. Sie sehen die Folgen des Klimawandels und unterstützen deshalb die Waldbewirtschaftung und den Waldumbau mehrheitlich. Sie nehmen eine Verschlechterung des Waldzustandes durch Schadensereignisse und Borkenkäferbefall wahr. Und sie wünschen sich mehr Informationen über Forstthemen. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung (1.009 Teilnehmende) über Wald und Forst in Sachsen, die Sachsenforst zum zweiten Mal nach der Erstauflage im Jahr 2019 in Auftrag gegeben hatte. Zudem scheint die Försterin und der Förster ein Traumberuf zu sein – die hohen Imagewerte wurden bestätigt.

 

Utz Hempfling, Landesforstpräsident und Geschäftsführer von Sachsenforst: „Dass wir als Landesforstverwaltung bekannt sind und unsere forstlichen Aufgaben in ihrer Zielstellung und Bedeutung mehrheitlich anerkannt werden, freut mich sehr. Die hohen Imagewerte sind ein Zeichen der Wertschätzung, das keineswegs selbstverständlich ist, sondern zeigt, dass wir mit der Wahrnehmung der Aufgaben, die uns die Gesellschaft überträgt, aber auch mit unserem Auftreten in den sächsischen Wäldern auf dem richtigen Weg sind.“

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

 

  • Das Interesse der Menschen in Sachsen am Wald ist ungebrochen hoch. Die Häufigkeit von Waldbesuchen hat gegenüber 2019 sogar zugenommen. Die Hälfte aller Befragten geht regelmäßig – also mindestens einmal pro Woche – in den Wald. In ländlichen Gegenden wird der Wald häufiger besucht als im städtischen Umfeld. Jüngere Menschen (bis 39 Jahre) gehen häufiger in den Wald als die Altersgruppen darüber.
     
  • Das Spazierengehen ist nach wie vor die häufigste Freizeitaktivität, gefolgt von Wandern und Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Reiten, Geocaching und Jagd sind im Vergleich dazu deutlich seltener.
     
  • Deutlich zugenommen hat hingegen die Zahl derer, die eine Verschlechterung des Waldzustandes sehen. 2024 waren das 68 Prozent der Befragten, 2019 noch 44 Prozent. Das liegt auch daran, dass drei Viertel der Befragten die Schadensereignisse der vergangenen Jahre (Sturm- und Borkenkäferschäden, Waldbrände) selbst oder über Medien wahrgenommen haben. Ebenfalls drei von vier Befragten (72 Prozent) gehen davon aus, dass der Klimawandel Auswirkungen auf den Wald in Sachsen hat.
     
  • Die durchaus realistische Wahrnehmung des Waldzustandes führt offenbar auch dazu, dass die Notwendigkeit des Waldumbaus zunehmend anerkannt wird. 2019 waren es 52 Prozent, die diese Notwendigkeit sahen, in der aktuellen Befragung bereits 67 Prozent. Dazu gehört auch, dass 66 Prozent die Holzernte im Zuge von Waldumbau und Waldbewirtschaftung als notwendig erachten. 20 Prozent halten das indes für nicht erforderlich (2019: 24 Prozent).
     
  • Waldbewirtschaftungsmaßnahmen bedeuten hin und wieder auch Einschränkungen für die Waldbesucherinnen und -besucher. 17 Prozent empfinden das als sehr störend (plus 6 Prozent). Die Zunahme könnte mit der notwendigen Ausweitung der Maßnahmen zur Schadensbewältigung – und den damit verbundenen Einschränkungen – zu tun haben. Deutlich mehr Menschen empfinden diese Einschränkungen jedoch als „nicht störend“ (53 Prozent) oder „teils, teils störend“ (21 Prozent).  
     
  • Ungebrochen hohe Werte werden für das Image der Försterinnen und Förster erzielt. Deutliche Mehrheiten stimmen den Aussagen zu „Förster sind wichtig für die Gesellschaft“ (69 Prozent), „Förster sind wichtig für die Lieferung des nachwachsenden Rohstoffes Holz“ (64 Prozent), „Förster sind kompetente Ansprechpartner“ (61 Prozent) oder „Förster schützen den Wald und die Natur“. Weniger Zustimmung erhalten Aussagen wie „Förster sind offen und gesprächsbereit“ (41 Prozent), „Ansprechpartner und Zuständigkeiten sind klar erkennbar“ (38 Prozent) und „Förster sind bei Bedarf gut erreichbar“ (30 Prozent).
     
  • Die Bekanntheit von Sachsenforst hat leicht zugenommen. 72 Prozent kennen Sachsenforst vom Namen her (plus 5 Prozent), genau die Hälfte konnte ohne weitere Hinweise benennen, wer in Sachsen für die Bewirtschaftung der staatlichen Waldflächen zuständig ist.
     
  • Die Vielfalt der Aufgaben von Sachsenforst ist indes deutlich weniger bekannt. Zwar wissen mehr als die Hälfte (59 Prozent), dass Sachsenforst (auch) für Naturschutz im Staatswald zuständig ist. Andere wesentliche Aufgaben kennen nicht einmal die Hälfte der Befragten. Unter anderem wurden „Erholung im Wald ermöglichen durch Wegebau, Schutzhütten und Beschilderung“ (39 Prozent), „Verwaltung von großen Naturschutzgebieten“ (39 Prozent), „Waldpädagogik und Umweltbildung“ (39 Prozent) und „Unterstützung von privaten, kommunalen, kirchlichen Waldbesitzern“ (25 Prozent) von den Befragten genannt.  

 

Neues Thema Waldbrand: Ursache Mensch bei vielen bekannt

 

Neu befragt wurden die Menschen in Sachsen zum Thema Waldbrand. Die meisten von ihnen wissen, dass der Mensch die häufigste Ursache von Waldbränden ist. Aber auch Hitze und Trockenheit wurden häufig genannt. Von Bränden bedroht fühlen sich jedoch nur wenige: Lediglich 9 Prozent geben an, sie fühlen sich „stark oder sehr stark“ bedroht. 61 Prozent fühlen sich hingegen gar nicht oder kaum bedroht. Die App „Waldbrandgefahr in Sachsen“, mit der unter anderem die aktuelle Waldbrandgefahr und das richtige Verhalten im Wald nachgeschaut werden kann, ist noch wenig bekannt (17 Prozent).

 

45 Prozent der Befragten wollen gern mehr über Wald und Waldbewirtschaftung erfahren. Bei den bevorzugten Informationsquellen zeigt sich deutlich der Wandel der Medienlandschaft. Als bevorzugte Informationsquelle führt das Internet (48 Prozent) vor Fernsehen (45 Prozent), Social-Media-Kanälen (27 Prozent) und der regionalen Tageszeitung (25 Prozent).

 

Alle Ergebnisse der Befragung finden Sie hier aus PDF-Datei zum Herunterladen.